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Begleitstudien zur Mensch-KI Interaktion: KI-Forschung im KD²Lab

Das Karlsruhe Decision & Design Lab (KD²Lab) ist ein einzigartiger Ort, an dem Forschungsteams sichtbar machen, was normalerweise im Verborgenen passiert: Wie Menschen Entscheidungen treffen, auf digitale Oberflächen reagieren und unter Stress oder Unsicherheit handeln. Aus Sicht des Forschungsprojekts MenschKI! ist das KD²Lab ein wichtiger Partner. Hier können zusätzliche Begleitstudien zur Nutzung von Generativer KI durchgeführt werden, die die Erkenntnisse aus der Feldforschung in Unternehmen vertiefen und ergänzen.
KD²Lab: Ein Labor für menschliches Entscheiden und digitales Design
Das KD²Lab am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehört zu den größten computergestützten Experimentallaboren seiner Art. In seinem Herzstück stehen zahlreiche Arbeitsplätze, an denen Probandinnen und Probanden reale Aufgaben bearbeiten: Sie treffen wirtschaftliche Entscheidungen, arbeiten mit Softwareoberflächen oder interagieren mit KI-Systemen. Alle Abläufe lassen sich präzise steuern und dokumentieren, wodurch Forschende systematisch untersuchen können, welche Bedingungen zu guten Entscheidungen, verständlichen Oberflächen und vertrauenswürdigen Systemen führen.

Für Projekte wie MenschKI! bedeutet das: Anstatt nur im Feld zu beobachten, wie Mitarbeitende in Unternehmen mit Generativer KI arbeiten, lassen sich im KD²Lab gezielt Experimente durchführen. So kann man zum Beispiel untersuchen, welche Interface-Varianten oder Hilfsfunktionen Menschen dabei unterstützen, KI-generierte Informationen besser zu verstehen oder welche Situationen eher zu Überforderung und Fehlentscheidungen führen.
Besonderheiten des KD²Lab: Mehr als nur Fragebögen
Das Besondere am KD²Lab ist die Kombination aus Verhaltensdaten – etwa Entscheidungen, Bearbeitungszeiten oder Fehler – mit Messverfahren, die körperliche und neuronale Reaktionen erfassen. Probandinnen und Probanden bearbeiten dabei ihre Aufgaben an Computern in einer kontrollierten Arbeitsumgebung, während parallel Sensoren bestimmte Signale des Körpers aufzeichnen. Im Anschluss können Forschende Verhalten und Biosignale gemeinsam auswerten und dadurch ein vielschichtigeres Bild der Situation gewinnen.

Im Labor lassen sich zudem komplexe Szenarien nachstellen, die in der Praxis schwer kontrollierbar sind: Unterschiedliche Arbeitsbelastungen, alternative Systemdesigns oder variierende Formen von KI-Unterstützung. Für MenschKI! ist das eine große Chance, weil sich so systematisch testen lässt, welche Gestaltung von Generativer KI im Arbeitsalltag zu mehr Klarheit, weniger Stress und höherem Vertrauen führt, bevor solche Lösungen breit ausgerollt werden.
Was sind Biosignale – und warum sind sie für MenschKI! wichtig?
Wenn Menschen mit digitalen Systemen arbeiten, reagiert nicht nur ihr Verhalten, sondern auch ihr Körper. Genau diese körperlichen Reaktionen bezeichnet man als Biosignale. Dazu gehören beispielsweise elektrische Aktivität des Gehirns, Veränderungen der Hautleitfähigkeit, Herzschlag, Atmung oder subtile Bewegungsmuster. Sie zeigen, wie angespannt, aufmerksam oder überfordert jemand in einem bestimmten Moment ist – selbst dann, wenn Betroffene das subjektiv noch gar nicht benennen würden.

Im KD²Lab können solche Biosignale erfasst werden, während Probandinnen und Probanden mit Generativer KI arbeiten: wenn sie Texte prüfen, Daten auswerten oder Entscheidungen mithilfe von KI-Empfehlungen treffen. Für MenschKI! sind diese Informationen besonders wertvoll, weil sie helfen zu verstehen, welche Formen von KI-Unterstützung Mitarbeitende entlasten und welche eher Stress erzeugen. So wird sichtbar, ob ein System tatsächlich menschenzentriert gestaltet ist, oder ob Interface-Design und Arbeitsprozess noch angepasst werden müssen.
Vom Feld ins Labor und zurück
Im Projekt MenschKI! werden Unternehmen direkt in ihrem Arbeitsalltag begleitet: Beschäftigte testen Generative KI für konkrete Aufgaben, geben Feedback und entwickeln gemeinsam mit den Forschenden KI-Systeme weiter. Begleitstudien im KD²Lab ergänzen diese Feldforschung, indem sie die gleichen Fragestellungen unter kontrollierten Bedingungen nachstellen. So wird etwa untersucht, wie sich unterschiedliche Formen der KI-Erklärung, Zusammenfassungen oder Schritt-für-Schritt-Orientierung auf Verständnis und Belastung auswirken.

Die Ergebnisse aus diesen Laborstudien können zurück in die Praxis fließen: HR-Abteilungen, Projektteams und Betriebsräte erhalten Gestaltungsrichtlininien zur Orientierung, wie sie KI-Tools konfigurieren, einführen und in Schulungen einbetten können. Das Zusammenspiel von Feldforschung und Laborforschung sorgt dafür, dass MenschKI! nicht nur praxisnah, sondern gleichzeitig wissenschaftlich belastbar bleibt – ein wichtiges Fundament für Empfehlungen an Politik, Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
Ein Labor für gute KI-Arbeit
Damit Generative KI im Arbeitsalltag nicht zur Belastung, sondern zur Unterstützung wird, braucht es ein tiefes Verständnis dafür, wie Menschen mit Technologien umgehen. Das KD²Lab macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt: Stress, Unsicherheit, aber auch Lernfortschritt und Vertrauen. In Verbindung mit MenschKI! entsteht so ein Forschungskontext, der zeigt, wie KI-Systeme gestaltet werden müssen, damit sie Produktivität und Wohlbefinden gleichermaßen fördern. Menschzentrierte KI entsteht nicht zufällig – sie wird im Dialog mit Beschäftigten entwickelt und im Labor systematisch getestet.
Mehr über das KD²Lab am KIT erfahren Sie auf der Website des Labors:
KD²Lab: https://www.kd2lab.kit.edu/index.php
360°-Tour durch das Labor: https://www.kd2lab.kit.edu/kd2-360/kd2-360/kd2-360
